Hauptversammlung von 20-22.4.18 in Karlsruhe

von Sebastian Schäuffele | 10. April 2018

von Jochen Wilms

Mit seinen über 300.000 Einwohnern ist Karlsruhe die zweitgrößte Stadt im „Ländle“, gilt allerdings, entgegen den schwäbischen Nachbarn, durch seine südlichere Lage in der Oberrheinebene als eine der wärmsten Regionen Deutschlands. Vielleicht ja begünstigt von solch milden Temperaturen soll der Legende nach Markgraf Karl Wilhelm von Baden bei einem Jagdausritt im Hardtwald unter einem schattigen Baum eingeschlafen sein und hier von einem prachtvollen Schloss geträumt haben, von dem sonnenstrahlengleich Straßen in seine Stadt führen sollten. Im Jahr 1715 gründete er die nach ihm benannte Residenz „Carols Ruhe“, die durch seinen fächerförmigen Grundriss seither auch den Beinamen „Fächerstadt“ trägt. In der 300jährigen Stadtgeschichte ist zwischenzeitlich so mancher „Traum“ wahr geworden: 1817 meldete der in Karlsruhe gebürtige Karl Drais das Patent für seine „Laufmaschine“ an; nach Nürnberg und Hamburg entsteht 1818 durch Karlsruher Bürger der Kunstverein, dessen heute noch stehender Bau aus dem Jahr 1900 dem Kunstverein „auf unbestimmte Zeit“ zum allgemeinen Zweck der Bildenden Kunst übergeben wurde. 1822 entstand das erste Parlamentsgebäude (heute Ständehaus) auf deutschem Boden; aus der umfangreichen und renommierten Sammlung der Markgräfin Karoline Louise ging 1846 die Kunsthalle Karlsruhe hervor, die heute Werke aus dem Mittelalter bis in die Moderne präsentiert. 1854 gründete Großherzog Friedrich die Großherzogliche Badische Kunstschule Karlsruhe aus der die kleine aber feine Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe hervorging. Das Wahrzeichen Karlsruhes, die Pyramide auf dem Marktplatz, geht auf den Architekten Friedrich Weinbrenner zurück, der dem Stadtbild Karlsruhes sein heutiges Gesicht, unter anderem mit Rathaus, Staphanskirche und Stadtkirche, verlieh. Carl Benz konstruierte 1885 ein funktionstüchtiges „Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb“; 1886 gelang es Heinrich Hertz an der Technischen Hochschule in Karlsruhe (heute KIT) zum ersten mal elektromagnetische Wellen von einem Sender zu einem Empfänger zu übertragen, die Geburtsstunde heutiger Kommunnikation; 1897 erfand der Karlsruher Karl-Ferdinand Braun die Elektronenröhre, die das Hauptbauteil von Röhrenfernsehern und der ersten Computermonitore war. Nach Gründung der Bundesrepublick ist Karlsruhe seit 1950 und 1951 Sitz des Bundesgerichtshofes und des Bundesverfassungsgerichtes und wurde zur „Residenz des Rechts“.

„Recht“ hingegen war so manchem Badener die Vereinigung von Baden und Württemberg 1952 nicht. Klick oder Pling hingegen machte es am 2. August 1984, als an der Karlsruher Universtät beim Informatiker Werner Zorn (https://www.karlsruhe.de/b1/stadtmarketing/presse/pressemeldungen/1.mail.de) die erste Email auf einem deutschen Mail-Server einging. Die Internet-Ära beginnt in Deutschland… und nur wenig später wird von der Stadt Karlsruhe und dem Land Baden-Württemberg 1989 das ZKM I Zentrum für Kunst und Medien gegründet (https://zkm.de/de/ueber-daszkm/entstehung-philosophie), das heute in den weitläufigen Hallenbauten der ehemaligen Munitionsfabrik zudem die Städt. Galerie Karlsruhe und die HFG, Hochschule für Gestaltung beherbergt. Dokumentation, Produktion, Vermittlung, Forschung und Ausstellungen von Medienkunst pulsieren von hier aus kontinuierlich nach draußen. Welchen Status sich das ZKM und seine „Beschäftigten“ in den Jahrzehnten erarbeitet haben, zeigt das jüngste Museums-Ranking von ArtFacts.Net, bei dem das ZKM in der TOP100 der wichtigsten internationalen Kunstinstitutionen den 6. Platz belegt hat. Offensichtlich also, daß sich diese HV in Karlsruhe am ZKM dezidiert mit dem Stand und Umgang der Kunstpädagogik mit digitalen Medien beschäftigen wird. Für eine aktuelle Bestandsaufnahme und Positionsbestimmung wird dazu auch das mittlerweile in die Jahre gekommene Positionspapier des BDK von 2001 als Grundlage dienen.
Uns allen eine gute Zeit auf der HV, Euer Landesverband Ba-Wü

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