Zumthor-Vortrag vor 350 Gästen!

von Lutz Schaefer | 25. Juni 2015

Vortrag Philip Ursprung

Am Montag, den 15.06.2015, fand im Stuttgarter Hospitalhof der langersehnte Vortrag von Professor Philip Ursprung statt, der den Zuhörern seine „Annäherungen an die Architektur Peter Zumthors“ näherbrachte. Der BDK hatte zwar im Vorfeld mit einem großen Interesse gerechnet, doch waren wir von dem Zuspruch, den diese Veranstaltung erhielt, im positivsten Sinne überrascht – circa 350 Zuhörer fanden trotz Abiturterminen und dem üblichen Schulwahnsinn den Weg in den sehr ansprechenden Neubau des Hospitalhofes. Die gelungene Architektur bot eine gute Einstimmung in das Thema, zumal das Büro Lederer beim Neubau des Hospitalhofes vor ähnlichen Problemen stand, wie das Büro Zumthor beim Bau des Kolumba-Museums, galt es doch in beiden Fällen, die Reste einer Sakralarchitektur, die vom Krieg fast vollständig zerstört worden war, mit zeitgenössischer Bausubstanz zu einem neuen Ganzen zu verbinden. Entsprechend eingestimmt fanden sich die Zuhörer schließlich im Paul-Lechler-Saal ein, um Professor Philip Ursprungs Vortrag zu hören. Prof. Ursprung lehrt Architekturgeschichte und zeitgenössische Kunst an der ETH Zürich und gilt als die Koryphäe der Zumthorforschung.

Professor Ursprung begann mit einem literarischen Einstieg zu Marcel Proust, schlug anhand dessen Romanfigur den Bogen über Maurice Halbwachs‘ „räumliches Gedächtnis“, ehe er die Zuhörer sehr anschaulich und informativ auf eine Reise in die Graubündner Alpen mitnahm, genauer zur Kapelle Sogn Benedetg, die Zumthor anstelle des bei einer Staublawine zerstörten Vorgängerbaus in unmittelbarer Nähe derselben errichten ließ. Mit zahlreichen Detailfotografien vermochte es Ursprung, das Begehen, Ertasten, Erfühlen und Erleben dieses Gebäudes so anschaulich wie möglich zu vermitteln und fügte diese Betrachtungen in seine Analyse des „körperlichen Erfahrens“ und der „narrativen Struktur“ ein, die für die Herangehensweise Zumthors typisch seien.
Darüber hinaus bettete Ursprung die Kapelle in weitere Kontexte bzw. Exkurse ein, zum einen zum Fotograf Hans Danuser, der exklusiv für Zumthor dessen Bauten in Szene setzt und so zu einem nicht unwesentlichen Anteil die Wahrnehmung der Bauten mit steuert. Und zum anderen zum Thema Landschaft im Spannungsfeld von scheinbar unberührter Natur und Industrielandschaft, in dessen Spannungsfeld sich nicht nur Sogn Benedetg befindet, sondern u.a. auch die Therme in Vals. Mit einer abschließenden Betrachtung der Bruder-Klaus-Kapelle in der Eifel schloss Ursprung seinen knapp einstündigen Vortrag, in dem er auch immer wieder aktuelle Fotos der Atelierräume Zumthors zeigte, Mitarbeiter bei aktuellen Projekten ablichtete und Gespräche mit dem Architekten wiedergab, und somit einen direkten Einblick in das Denken und Arbeiten Zumthors bieten konnte.Im Anschluss an den Vortrag erläuterte unser Themenheftautor Ernst Hövelborn kurz den aktuellen Stand zum Themenheft. Leider arbeitete das Lektorat des Büro Zumthors (an dem auch die Bildrechte hängen) so penibel wie langsam, so dass wir entgegen unserer Planung das Heft noch nicht drucken lassen konnten. Wir hoffen jedoch sehr, dass das Heft noch vor den Sommerferien an alle BDK-Mitglieder verschickt werden kann.

Trotz dieses Terminproblems – oder vielleicht auch gerade deswegen – wurden wir vor und nach dem Vortrag regelrecht von Anfragen nach Neumitgliedschaften überrollt. Wir konnten allein an diesem Nachmittag knapp 50 neue Mitglieder gewinnen, ein Teil konnte das Willkommensgeschenk, den BDK-Stick mit 8 GB Datenvolumen gleich in Besitz nehmen, alle anderen werden ihn per Post noch nachgeschickt bekommen. Wir möchten an dieser Stelle die neuen BDK-Mitglieder ganz herzlich im Landesverband Baden-Württemberg begrüßen, zu dem Sie ab nun gehören werden. (Ein separates Willkommensschreiben wird jedem Neumitglied noch zukommen.) Bei einer Gesamtmitgliederzahl von ca. 530 im ganzen Landesverband ist ein Zuwachs von knapp 50 innerhalb eines Nachmittages ein sicherlich einsamer Rekord und für uns im Vorstand ein kräftiger Rückenwind für alle kommenden Projekte.

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