Bildungsplan – Bekenntnis und Sinn

von Lutz Schaefer | 9. Juli 2016 | Lesen

von Ernst Hövelborn

Der Bildungsplan ist sicher kein Buch mit sieben Siegeln, die man mühevoll entschlüsseln muss. Zugleich wird jeder Plan gerne und immer wieder durch einen neuen ersetzt, der natürlich immer a bissle besser oder zutreffender zu sein scheint als der alte. Dabei frägt natürlich niemand, auf wen nun konkret dieser Plan trifft, bzw. wer ihn auszuhalten oder zu befolgen hat, wobei zuweilen die Folgen nicht ganz absehbar sind, eine Folge jedoch immer eintrifft: Irgendwann wird er durch einen neuen ersetzt, da der alte auch schon nicht den Erwartungen entsprochen, bzw. hingehauen hat. So ist es auch mit den Bildungsplänen und die freudigen Planer wissen oft nicht, welches Chaos sie damit anrichten, zumal sie die Suppe zumeist nicht selbst auslöffeln müssen. Nicht ganz ungeschickt ist es, relativ fatalistisch so lange auszuhalten, bis eine neuer kommt und somit beim Gewohnten zu bleiben.

Odo Marquard schreibt in seinem „Abschied vom Prinzipiellen“: Wer das Planungswesen- zum Beispiel das Bildungsplanwesen- betrachtet, muss eigentlich zum Schluss kommen, dieser Verlauf sei der wahrscheinlichere; Planung ist – jedenfalls häufig- Fortsetzung des Chaos unter Verwendung anderer Mittel. Das ist die List der Unvernunft: Die Machensallmacht des Menschen wiederermächtigt das Unverfügbare, das Verhängnis; ihr autonomer Kontrafatalismus entpuppt sich als konterautonmer Kontrafatalismus, indem sie –machselig- das Fatum vertreibt, rufen sie es geradezu herbei; und just dort, wo die Menschen-offiziell- zu Erben seines absoluten Endes werden.- ist dann –inoffiziell-das Schicksal unabweislich da.

Zumeist ist mit allen Plänen und besonders den Bildungsplänen ein Sinn und Bekenntnis verbunden, die beide tief- und breitsinnig angelegt auf die beste aller pädagogischen Welten ausgerichtet sind. Der Skeptiker Odo Marquard schreibt in seiner „Apologie des Zufälligen“ zu einer solchen Sinnerwartung: Der Sinn – dies steht nun halbwegs fest- ist stets der Unsinn, den man lässt.  Zu großen Sinnverlusten kommt es erst durch einen übermäßigen Sinnanspruch, bzw. wenn man dem Unsinn der Perfektionismen huldigt und perfektionistische Sollforderungen zur Seins-vermiesung führen. (Odo Marquard: S.50-53, Reclam Stuttgart)

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BDK-Hauptversammlung im Zeichen der Interkultur

von Sebastian Schäuffele | 1. Mai 2016 | Lesen

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Trotz harter Debatten und kurzer Nächte präsentieren sich die Vertreter aus Baden-Württemberg auch an Tag 3 noch unverwüstlich optimistisch und gut gelaunt im Foyer des Akademieneubaus (v.l.n.r.: vordere Reihe: Lutz Schäfer, Nadine Lindenthal, hintere Reihe: Sebastian Schäuffele, Stephan Pyroth, Julika Kühner und Jochen Wilms)

von Nadine Lindenthal

Vom 22. bis 24. April trafen sich alle Landesverbände und der geschäftsführende Vorstand zur diesjährigen BDK-Hauptversammlung an der Akademie der Bildenden Künste in München. Die alljährliche Hauptversammlung, zu der auch Gäste aus Österreich und der Schweiz eingeladen waren, stand ganz im Zeichen der Trans- und Interkultur. Die für Herbst 2017 geplante Tagung in Konstanz zum selben Thema warf hier sozusagen ihre Schatten voraus und eine große Arbeitsgruppe aus Baden-Württemberg, Bayern, Österreich und der Schweiz setzte an diesem Wochenende die konkrete Planung und Organisation derselben fort.

Ziel war und ist es, das Thema Interkultur auch interkulturell zwischen den drei Ländern zu erörtern, wobei vor allem der Aspekt der bisherigen und aktuellen Migrationsbewegungen im Mittelpunkt steht. Diese Thematik war auch der rote Faden für das traditionelle Kulturprogramm am Samstagnachmittag. Zeitgemäße Auseinandersetzungen mit Institutionen wie dem hiesigen Völkerkundemuseum oder auch anschauliche Beispiele, wie in klassischen Sammlungen interkulturelle Museumspädagogik betrieben wird, standen unter anderem auf dem Programm.

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Lebhafter Austausch im White Cube

von Sebastian Schäuffele | 18. April 2016 | Lesen

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Am Samstag, den 20.02.2016 fand unsere Mitgliederversammlung im Schauwerk Sindelfingen statt. In der ästhetischen Atmosphäre einer der beeindruckendsten Privatsammlungen Baden-Württembergs durften wir inmitten der hochkarätigen Sammlung zu Gast sein. Das Ehepaar Schaufler hatte ihre ehemalige Produktionshalle für Kühlmaschinen in ein Privatmuseum umbauen lassen, und so verschmelzen die gigantischen Proportionen des ehemaligen Industriebaus nunmehr mit den minimalistischen Ansprüchen eines modernen Museumsbaus, welcher seit 2010 die zeitgenössische Kunstsammlung beherbergt. Auch der Versammlungsraum strahlte die auratische Würde eines riesigen White Cubes aus, dessen hell leuchtendes Weiß einen klaren Kontrast zum trüb-grauen Februarmorgen bot.

Die ca. 40 Mitglieder konnten sich zunächst an der Begrüßungstheke, die direkt in der Sammlung aufgebaut war, inmitten von großformatigen Gemälden mit Kaffee, Getränken und Butterbrezeln stärken, ehe dann ab 10:45 die eigentlichen Verbandsangelegenheiten thematisiert wurden. Nadine Lindenthal präsentierte zunächst den Rückblick auf die Aktivitäten des vergangenen Jahres, hier dominierte zunächst der letztjährige „Headliner“ Zumthor – allein zu ihm gab es 2 Vorträge, das Sonderheft von Ernst Hövelborn, sowie die DVD-Lizenz, und damit verbunden auch die sehr erfreuliche Mitgliederentwicklung (2015 mehr als 50 neue Mitglieder, so dass der Landesverband nun knapp 600 Mitglieder insgesamt hat und nach Niedersachsen damit der zweitgrößte Landesverband geworden ist.)

Auf schulpolitischer Ebene musste der Verband leider zwei Niederlagen einstecken, der Versuch, Einfluss auf die Stundentafel in der Grundschule zu nehmen und das Bemühen, zusammen mit weiteren Berufsverbänden die Kultur als Leitperspektive im neuen Bildungsplan zu verankern, waren nicht von Erfolg gekrönt. Das heißt konkret, dass mit dem neuen Bildungsplan zwar erfreulicherweise Kunst als ausgewiesenes Schulfach in die Grundschule zurückkehrt, aber zugunsten von Musik insgesamt 2 Stunden abgezogen wurden. Positiver verlief hingegen der „Runde Tisch“ zum Thema Kunsterziehung an Gymnasien, erstmals trafen sich auf Initiative des BDK und der Kunstakademie Stuttgart alle für Kunsterziehung verantwortlichen Vertreter um sich erstmals in dieser großen Runde auszutauschen. Die Hauptproblematik der Unterversorgung im ländlichen Bereich und die Attraktivitätsminderung des Studienganges im Zuge der Bachelor-/ Masterumstellung standen im Mittelpunkt der Gespräche und stießen wichtige Impulse an, die im Moment in kleineren Gremien weiterverfolgt werden.

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Sonderheft Architektur

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Der BDK Baden - Württemberg bittet um Beiträge aus ihrer Unterrichtspraxis im Bereich Architektur.
Sie spielt wie kein anderer Themenbereich im Leben eines jeden Menschen eine gewichtige Rolle. Der Großteil  unseres Lebens spielt sich in gebauten Räumen ab. Räume beeinflussen unsere Empfindungen, steuern unser Wohl- oder auch Unwohlsein, ohne dass die Bewohner - vor allem auch junge Bewohner - den Raum reflektieren...
Die BDK-Themenhefte sind fester Bestandteil unserer Verbandstätigkeit. Aufgrund der häufigen Themenwechsel dominierten in den vergangenen Jahren Sonderhefte zu den neuen Schwerpunktthemen des Abiturs. Da nach vielen Jahren des steten Wechsels 2016 kein neues Abiturthema anstehen wird, soll diese Lücke mit einem Sonderheft zum Thema Architektur geschlossen werden.

Um ein abwechslungsreiches Themenheft gestalten zu können, bitten wir alle Kolleginnen und Kollegen, anregende Beispiele aus ihrer Unterrichtspraxis - aus allen Schularten und Jahrgangsstufen - einzureichen (bitte bis Juli 2016 via E-Mail an jochen.wilms@web.de senden). Der Umfang eines Unterrichtsentwurfs samt Darlegung des Unterrichtsverlaufs soll etwa 1 DIN A 4 Seite umfassen. Wünschenswert wären dazu 2-3 Abbildungen.

Beispiel // Einreichung f. das Sonderheft Architektur

 

Thema: Siedlungsbau-Stadtplanung (Gruppenarbeit)

 

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6_Modellbau_Stadtansicht.

Klassenstufe: 6, Themenbereich: Plastik und Raum; Gestaltung von Baukörpern und Raum
Technik: Modellbau, Papier, Karton; Klebe- und Falztechniken

Impuls: Le Corbusier „Plan Voisin de Paris“(beim Oberstufenthema Tadao Ando)
Unterrichtsidee: Gestaltung eines Stadtviertels mit unterschiedlichen Wohnkomplexen, die auf einer
begrenzten Bebauungsfläche unterschiedliche Raumsituationen schaffen sollen.
Unterrichtsdauer: ca. 6-8 Doppelstunden

Unterrichtsverlauf:

Ausgangspunkt zum Architekturthema war die Beschäftigung mit Le Corbusiers „Plan Voisin de Paris“. In der Umsetzung des Themas in einer Unterstufenklasse sollten die SchülerInnen neben einfachen räumlichen Beziehungen von Baukörpern zu einander, vor allem Grundtechniken im Modellbau erlernen. Die Idee einer geplanten Stadt war den SchülerInnen der 6ten Klasse am Beispiel Karlsruhes, und die Einteilung in einzelne Segmente anschaulich am Beispiel Mannheims zu vermitteln. Aus vorbereiteten, gleich hohen aber unterschiedlich langen Papiersteifen (120 gr) sollte aus jeweils einem Papierstreifen die vorgegebenen Hausform – Quadrat, L-Form, C-Form – gekantet und verklebt werden. (...) Nach der Verklebung der Hausformen mittels Klebefalz und einer Stabilisierung mit einer inliegenden Grundform aus Pappe, die man als doppelte Form auch als Dachabschluss hätte verwenden können, erfolgte die Anordnung der Hausmodelle auf der Grundplatte. Dabei mussten die vorgegebenen Abstandsmaße für einen das Grundstück umlaufenden Straßen- und Bürgersteigs-Bereich eingehalten werden.
In den Kombinationsmöglichkeiten der Hausformen zueinander wurden unterschiedliche Raumsituationen und – wirkungen thematisiert (...).

Jochen Wilms

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